Schülerinnen und Schüler erkunden den Emscherumbau

Zusammen mit 60 Schülerinnen und Schülern aus ganz Nordrhein-Westfalen besuchte eine Gruppe von Elftklässlern unserer Schule Anfang September das Emschergebiet und durfte den Planern und Bauern der Emschergenossenschaft hautnah bei ihrer Arbeit zusehen.

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Über die Veranstaltung unter dem Motto „Lebenselixier Wasser – Ressource nutzen, Zukunft gestalten“ berichtet die Emschergenossenschaft wie folgt:

„Die Emschergenossenschaft kooperiert in Zukunft eng mit dem deutschen Netzwerk der Unesco-Projektschulen (UPS). Ziel der Kooperation bei der Bildungsarbeit ist es, die Kompetenzen der Jugendlichen zu stärken, indem sie in der Auseinandersetzung mit den wasserwirtschaftlichen Aufgaben der Emschergenossenschaft und dem Emscher-Umbau Praxiserfahrung sammeln und Expertenwissen aufbauen. Rund 60 Schülerinnen und Schüler aus ganz Nordrhein-Westfalen besuchten am Donnerstag und Freitag das Emschergebiet und durften unter anderem den Planern und Bauern der Emschergenossenschaft über die Schulter blicken. Auf dem Programm standen dabei zahlreiche spannende Exkursionen.

Unter dem Motto „Lebenselixier Wasser – Ressource nutzen, Zukunft gestalten“ nahmen die rund 60 Schülerinnen und Schüler aus acht NRW Städten (Bonn, Dortmund, Duisburg, Wuppertal, Köln, Aachen, Heinsberg und Essen) an den diesjährigen Workshops teil. Dabei erhielten sie nicht nur einen Einblick in die Aufgaben und Strukturen der Emschergenossenschaft sowie den Emscher-Umbau – sie unterstützten die Experten auch in ihren Projekten, indem sie zu bestimmten Fragestellungen und Aufgaben mit Ideen und Lösungen an der Weiterentwicklung der Initiativen partizipierten und dadurch einen Mehrwert für den Verband darstellten.

„Als Wasserwirtschafts- bzw. Umweltunternehmen gestalten wir den Strukturwandel hier in der Region aktiv und nachhaltig mit. Dabei ist es uns auch wichtig, junge Menschen mit den wasserwirtschaftlichen Themen und unseren EG/LV Aktivitäten vertraut zu machen. Wir haben eine Vielzahl von Beispielen, um mit SchülerInnen über wasserwirtschaftlichen Themen in einen lebendigen und praxisnahen Dialog einzutreten. Ich finde es wichtig, dass wir uns im Bereich nachhaltiger Umweltbildung hier in der Region auch als Bildungsakteur positionieren. Die Zusammenarbeit mit den Unesco-Schulen liegt uns dabei sehr am Herzen“, sagt Frank Kamp, Geschäftsbereichsleiter Personalmanagement und soziale Services bei der Emschergenossenschaft.

„Das Netzwerk der UNESCO-Projektschulen ist glücklich mit der Emschergenossenschaft einen Partner gefunden zu haben, für den nachhaltiges Handeln eine zentrale Aufgabe darstellt. So freuen wir uns sehr, dass die Emschergenossenschaft auch in diesem Jahr Schüler von Unesco-Projektschulen einlädt, um sich in praxisnahen und kreativen Workshops mit der Entwicklung der Ruhrregion im Emscherbereich auseinanderzusetzen und die Ergebnisse anschließend in ihren Schulen zu präsentieren“, sagt Karl Hußmann, Koordinator der NRW-Unesco-Schulen.

Die Exkursionen

In Dinslaken besuchten die Teilnehmer das Technikum an der Kläranlage Emschermündung. In der Versuchsanlage der Emschergenossenschaft werden weitergehende Reinigungsstufen erprobt, die Station stellt die Basis für Untersuchungen zur technisch-wirtschaftlichen Optimierung der Kläranlagen von Emschergenossenschaft und Lippeverband dar, mit Schwerpunkten bei der Optimierung der Schlammbehandlung und der Sauerstoffeintragssysteme.

In Essen nahmen die Jugendlichen gemeinsam mit der Emschergenossenschaft den Umbau des Berne-Systems unter die Lupe. Von der Projektleitung gab es zunächst eine umfassende Einführung in das Thema „Von der Köttelbecke zum naturnahen Fluss“ – dabei wurde zunächst in der Theorie der Ist-Zustand des heute noch offenen Schmutzwasserlaufs Berne betrachtet, bevor es dann im Rahmen einer Exkursion an die Berne nach Altenessen ging. Erläutert wurde den Schülerinnen und Schülern direkt vor Ort, wie zunächst mittels Kanalbau das Abwasser unter die Erde verbannt wird, bevor dann das Gewässer renaturiert werden kann.

In Dortmund besuchten die Teilnehmer den Phoenix See und die neue renaturierte Emscher in Hörde. Für die Dortmunder Schüler war es nicht neu, doch vor allem die auswärtigen Jugendlichen staunten nicht schlecht, dass an der Stelle des alten Stahlwerkes nun ein komplett neuer See entstanden ist – und noch mehr: Die zuvor unter dem Werk verrohrte Emscher ist im Zuge des Emscher-Umbaus und der Anlegung des Sees ebenfalls ans Tageslicht zurückgeholt worden.

In Bottrop besuchten die Teilnehmer gemeinsam mit der Emschergenossenschaft den Piekenbrocksbach. Im Rahmen der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ plant die Stadt Bottrop die Regenwassermengen in einem Siedlungsbereich mit zirka drei Hektar versiegelter Straßen-, Dach- und Platzflächen vom derzeitigen Mischwassersystem abzukoppeln. Zur Ableitung des Regenwassers ist ein „Blau-Grünes-Band“ über die Schulhof- und Sportplatzflächen der umliegenden Realschulen geplant.

In dem freiraumplanerisch gestalteten Bereich wird dann das Regenwasser offen in einem Ableitungsgraben geführt. Zum einen ergeben sich dadurch Synergieeffekte für Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels und eine Erhöhung der Lebensqualität im unmittelbaren Wohn- und Lebensumfeld der Schüler und Bürger. Zum anderen werden Wasser und seine Aufgaben durch diese Maßnahme im Schulalltag und Stadtbild sichtbar.

Vorbereitende Workshops an den Schulen sollen den Schülern nicht nur das Projekt und die ökologischen Zusammenhänge näher bringen. Die Schüler sollen sich auch aktiv mit ihren Ideen zur Ausgestaltung des „Blaus-Grünen-Bandes“ auf ihren Schulhofflächen einbringen. In den Workshops am Donnerstag und Freitag planten die Teilnehmer der Unesco-Schulen gemeinsam mit den Projektverantwortlichen der Emschergenossenschaft und der Stadt Bottrop ein Beteiligungskonzept zur erfolgreichen Einbindung der Schüler der umliegenden Schulen in das Projekt „Innenstadt-Ost – blaugrünes Band im Schulquartier“.

Klima- und umweltfreundlich

Als Novum in diesem Jahr gilt die Einbindung von fünf kaufmännischen Auszubildenden. Deren Aufgabe ist die Unterstützung bei der Planung und Organisation einer möglichst klima- und umweltfreundlichen Veranstaltung. Hier gilt es für die Veranstaltungsbausteine „Mobilität, Verpflegung und Ressourceneinsatz (u. a. Papier, Abfall, Akkreditierung & Materialeinsatz) Alternativen zu recherchieren und zu organisieren, um die ökologischen Fußabdruck der Veranstaltung möglichst klein zu halten.“

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