Der Jahrgang Q1 on Tour

Blick auf die Stadt

Am 13.09. starteten 66 Schülerinnen und Schüler mit ihren Begleitern Frau Hiller-Kitzmann, Herrn Güths und Frau Webers um 23.30 Uhr gen Prag, das sie nach etwa 12 Stunden staufreier Busfahrt mehr oder weniger müde erreichten.

Doch der von den Schülerinnen und Schülern gewünschte Mittagsschlaf fiel aus, denn die Zimmer waren noch nicht bezugsfertig, die Begleiter hatten einen ersten Spaziergang in die Innen-stadt vorgesehen und am Nachmittag folgte auch gleich noch die 3-stündige Stadtführung. Als man am Abend auch noch 30 Minuten bis zur Pizzeria laufen musste, hatte die Schülergruppe die Zielsetzung des Studienfahrtprogramms erkannt „Müde durch Bewegung“.

Unser Hotel „City Inn“ lag zwar super zentral, war aber ansonsten sehr in die Jahre gekommen. Sauberkeit, unfreundliches Personal, knarrende Holzdielen, interessante Dusch- und Toilettenausstattung, die Qualität der Beistellbetten („Gratulation an Keethan, der gleich drei davon schaffte“) … boten zahlreiche Gesprächsanlässe unter dem Motto „3 Sterne – 3 Fragezeichen“.

Dünne Wände, knarrende Holzdielen, andere Schülergruppen und deren Begleitung, da „waren wir immer schuld“, wenn es mit der Nachtruhe im Hotel nicht klappte. Waren wir nicht, denn „wir sind zwar anders, aber nicht a…“. Lieber Abiturjahr-gang 2017, danke, dass Sie diesen Satz beherzigt haben, manchmal mit der Faust in der Tasche und sich nicht von den anderen Gruppen und deren Leitung provozieren ließen.

Bunker 2In den kommenden Tagen wurde die Stadt auf eigene Faust oder anhand fester Programmpunkte, die der Jahrgang z.T. im Vorfeld gemeinsam beschlossen hatte, erkundet. Am Dienstag besuchten wir das Einkaufszentrum „Palladium“, das mit seinen 200 Geschäften eines der größten seiner Art ist und den in den 1950er im Zuge des Kalten Krieges erbauten unterirdischen Atombunker, der 5000 Menschen Platz bieten sollte. Nachmittags ging es dann in den Prager Zoo und wer keine Tiere schauen wollte, konnte die Seilbahn oder den Sightseeing Train nutzen.

Am Mittwoch besuchte die Gruppe dann die KZ-Gedenkstätte Theresienstadt. Im Rahmen einer Führung durch die Kleine Festung, einem von der Gestapo ange-legten Polizeigefängnis zur Internierung von Antifaschisten, erfuhren die Schüler und Schülerinnen historische Hintergründe zur Gedenkstätte und zum Leben in einer Stadt hinter Gittern. Der Blick in die Einzelzellen, den Duschraum und auf den Galgen veranschaulichte den Schülern und Schülerinnen die Lebensbedingungen im Ghetto und die Aufgaben von Theresienstadt – Transitlager, Dezimierung der Häftlinge und Propagandamittel. Eine Führung, die allen Beteiligten „unter die Haut ging“. Die abendliche Schifffahrt auf der Moldau inklusive Buffet war sicher ein Highlight unseres Aufenthalts.

Am Donnerstag zeigten uns Obdachlose ihr Prag abSinan Schwarzlichtseits der Touristenpfade. Am Abend stand noch der Besuch des Schwarzlichttheaters „Diavolo“ auf dem Programm, bei dem Sinan F. ganz spontan ein Mitglied des Ensembles wurde, wir alle Tränen lachten und Herr Güths in die Arbeit eines Schwarzlichtakteurs eingewiesen wurde.

„Woher kam das Bedürfnis der Gruppe nach einem Nachmittagsschlaf?

„Weshalb war man am letzten Abend schon früh im Hotel, obwohl es keine zeitliche Begrenzung gab?“

„Warum schliefen alle Schülerinnen und Schüler auf der Rückfahrt im Bus tief und fest?“

Haben wir- ihre Begleitung – unser Ziel „müde durch Bewegung“ erreicht?

Ein dickes Lob an Sie, denn sie hielten sich weitestgehend an die Regeln, waren meist pünktlich, verhielten sich gegenüber der Reiseleitung und anderen Gruppen respektvoll und wir mussten uns über sie nur ein „klitzekleines-bisschen“ ärgern.

Die Fahrt mit ihnen hat auch uns viel Spaß gemacht und hatte auch für uns einen Hauch von Urlaub. „Wenn das kein Kompliment ist.“

Hiller-Kitzmann

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