Erinnern für die Zukunft Fahrt zur Gedenkstätte Dachau 

Vom 20. bis 24. April nahmen historisch interessierte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen EF und 10 an einer Gedenkstättenfahrt zur KZ-Gedenkstätte Dachau und nach München teil. Bereits im Vorfeld hatten sich die Teilnehmenden im Stadtarchiv intensiv mit den Biografien von Menschen beschäftigt, die nach Dachau deportiert wurden. Dadurch erhielten die Schülerinnen und Schüler einen persönlichen Zugang zu den Schicksalen hinter den historischen Zahlen und Fakten. Namen, Gesichter und Lebensgeschichten machten die Vergangenheit greifbar und verliehen ihr eine emotionale Nähe.

Vor Ort besuchte die Gruppe neben der Gedenkstätte auch das NS-Dokumentationszentrum München. Dort setzten sich die Jugendlichen mit den Orten und Spuren der NS-Zeit in München auseinander. Zwischen historischen Gebäuden, Dokumenten und Erinnerungsorten wurde deutlich, wie präsent Geschichte auch heute noch im Stadtbild ist.

Besonders bewegend war die Workshoparbeit in der Gedenkstätte Dachau. Die stillen Räume, die bedrückende Atmosphäre und vor allem das ehemalige Krematorium hinterließen bei vielen einen tiefen Eindruck. Geschichte wurde hier nicht nur gelernt, sondern emotional erfahrbar. Gleichzeitig entstanden intensive Gespräche über Verantwortung, Erinnerungskultur und die Frage, wie ein sensibler Umgang mit historischen und aktuellen Konflikten gelingen kann. Auch schwierige Themen – etwa die Einordnung des Holocausts im Kontext heutiger Kriege und Konflikte – wurden offen, respektvoll und differenziert diskutiert. Die Erfahrungen vor Ort spiegeln sich besonders eindrücklich in den Aussagen der Schülerinnen und Schüler wider:

„Man nimmt das Thema NS im Unterricht durch, aber hier fühlt man es richtig. Man spürt, wie real es ist, vor allem im Krematorium. Ich hatte Gänsehaut. Das kann kein Schulbuch und kein Unterricht rüberbringen.“

„Ich wusste nicht, dass es so deep gehen wird. Geschichte aus Büchern wirkt vergangen – aber hier so real.“

„Eigentlich hat das Thema mich im Unterricht nicht wirklich interessiert, weil ich dachte, das macht Israel auch mit den Palästinensern, aber hier habe ich verstanden, was passiert ist. Und das kann man nicht vergleichen.“

Vor allem das Denkmal am ehemaligen Krematorium mit der Inschrift „Den Toten zur Ehr, den Lebenden zur Mahnung“ verband Vergangenheit und Gegenwart auf eindringliche Weise. In der stillen Atmosphäre wurde vielen bewusst, dass Erinnerung nicht nur dem Gedenken dient, sondern auch Verantwortung für die Zukunft bedeutet. Die Worte wirkten wie eine Mahnung, wachsam gegenüber Menschenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Hass zu bleiben. Die Fahrt war weit mehr als ein Blick in die Vergangenheit. Sie wurde für alle Teilnehmenden zu einer intensiven Erfahrung, die zum Nachdenken anregte und die Bedeutung von Toleranz, Respekt und Menschlichkeit nochmal verdeutlichte. Gleichzeitig wurde bewusst, wie zerbrechlich demokratische Werte sind, wie wichtig es bleibt, sich aktiv für ein friedliches und respektvolles Miteinander einzusetzen.

Ein besonderer Dank gilt der Konrad-Adenauer-Stiftung für die Unterstützung und Förderung der Fahrt sowie Frau Blatt für die engagierte Begleitung als pädagogische Kraft. Durch ihre Unterstützung wurde die lehrreiche Erfahrung erneut ermöglicht.

Zübeyda Uzun