Namibia – Sonderberichte

Zwei Sonderberichte unserer Schülerinnen und Schüler aus Namibia.

Eine kleine Begegnung am Rande!
Vor einigen Tagen waren wir am Avis-Staudamm. Herr Preuß und ich haben uns dort die Gegend angeschaut. Wir haben über den Wassermangel in Windhoek unterhalten und wurden plötzlich von einer Arbeiterin für Säuberung des Damms angesprochen. Zuerst dachten wir das sie uns nach etwas Geld fragen möchte, doch sie wollte fragen, ob sie von den Erdküssen etwas abhaben könnte, die wir gerade in dem Moment aßen. Ich gab ihr die Hälfte der Tüte und sagte das sie etwas ihren Kolleginnen abgeben sollte. Mir fiel ein ,das ich noch eine weitere Tüte in meinem Rucksack besaß und gab ihr diese. Das war ein komisches, gemischtes Gefühl. Zum einen war ich froh sie etwas zu unterstützen, doch zum Anderen war ich traurig und enttäuscht von mir selbst ,Ihnen nicht noch mehr helfen zu können.

Schule und Unterricht- unsere Erfahrungen und Eindrücke

Unseren ersten Schultag empfand ich als sehr interessant. Beeindruckend und schockierend zugleich fand ich, dass der Inhalt der 12. Klasse im Vergleich zu uns zurückgeblieben ist. Beispielsweise haben die SchülerInnen in der 12. Klasse die Zeiten in Englisch geübt, die wir bereits ab der 6. Klasse lernen. Außerdem konnte die Hälfte der Klasse keinen Satz im Present Perfect bilden, obwohl die Beispielsätze und die Regeln zur Bildung an der Tafel standen. Daraufhin sagte der Lehrer einem Schüler, dass er ein Stück Schlauch holen sollte. Als Bestrafung wurde den Nichtwissenden auf die Hand geschlagen.
Die SchülerInnen sind sehr nett und offen. Wenn man hier mal eine Freistunde hat, ist es so, dass sich die SchülerInnen in den Klassenraum setzen und wirklich leise an ihren Aufgaben weiterarbeiten, also einfach mit dem Nachbarn quatschen geht nicht. In der Schule gibt es ein Team, welches aus 20 Schülerinnen und Schülern besteht und wiederum für die verschiedenen Bereiche verantwortlich ist, wie zum Beispiel für Sport, Bildung und Kultur. Mein Austauschpartner, der Schulsprecher, gehört ebenfalls zum Team. Neu war mir auch, dass diese SchülerInnen die anderen nach dem Unterricht „lotsen“ wie ein Verkehrspolizist bei einem Ampelausfall den Verkehr umleitet. Die LehreInnen sind nicht immer nett. Insgesamt ist alles hier viel strenger und deswegen kann ich sagen, dass ich für unsere Bildung sehr dankbar bin und hoffe, dass sich das Bildungsniveau hier in Zukunft auch noch steigern wird. Ich hoffe auch, dass die Regierung die Probleme ernsthaft in die Hand nimmt und dass sich dadurch so zum Beispiel die allgemeine Situation der Menschen hier verbessert.
Liebe Grüße aus Namibia sendet Ali

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